Mit dem Loi n° 2025-188 hat Frankreich als erstes europäisches Land eine umfassende, über einzelne Stoffverbote hinausgehende, PFAS-Regulierung verabschiedet. PFAS, sogenannte Ewigkeitschemikalien, finden aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften Verwendung in einer Vielzahl von Verbraucherprodukten. Ihre Langlebigkeit sorgt allerdings für eine stetige Anreicherung in Böden, Gewässern oder Lebewesen. Resultat sind teils irreparable gesundheitliche Auswirkungen. Die Material Compliance Experten von tec4U-Solutions unterstützen Unternehmen dabei, PFAS entlang der Lieferkette zu tracken und Maßnahmen für eine PFAS-freie Produktentwicklung umzusetzen.
Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) ist eine Bezeichnung für eine Stoffgruppe mit mehr als 10.000 verschiedenen Stoffen. Diese Stoffe kommen nicht natürlich vor und werden erst seit den späten 1940er Jahren hergestellt. PFAS sind wasser-, fett- und schmutzabweisend sowie chemisch und thermisch stabil. Aufgrund dieser Eigenschaften werden sie in zahlreichen Verbraucherprodukten wie Kosmetika, Kochgeschirr, Papierbeschichtungen, Textilien oder Ski-Wachsen verarbeitet und eingesetzt. Ergänzend dazu werden PFAS auch zur Oberflächenbehandlung von Metallen und Kunststoffen, in Pflanzenschutzmitteln oder Feuerlöschmitteln verwendet. Langkettige PFAS sind in der Umwelt und in Lebewesen ebenfalls sehr langlebig und einige PFAS reichern sich in verschiedenen Organismen bis hin zum Menschen an. Viele PFAS gelten dabei als persistent, bioakkumulativ und potenziell toxisch für Umwelt und Gesundheit. Einige Untergruppen der PFAS, wie zum Beispiel PFOA oder PFOS, sind in der Europäischen Union bereits beschränkt. Seit dem Jahr 2023 Jahr läuft ein Verfahren für eine umfassende Regelung aller PFAS. Diese Initiative geht auf einen einstimmigen Beschluss im EU-Umweltrat vom Juni 2019 zurück.
Frankreich als Vorläufer für umfassende nationale PFAS-Restriktionen in der EU
Angesichts dieser Risiken hat Frankreich eine der ambitioniertesten nationalen Regelungen zu PFAS auf den Weg gebracht, mit dem erklärten Ziel, die Exposition der Bevölkerung zu reduzieren und PFAS-Emissionen substantiell zu kontrollieren. Im Februar 2025 wurde mit Loi n° 2025-188 du 27 février 2025, offiziell « visant à protéger la population des risques liés aux substances perfluoroalkylées et polyfluoroalkylées », bereits ein Verbot für bestimmte Produkte mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) durch das französische Parlament verabschiedet. Seit Januar 2026 ist die Herstellung, Einfuhr, Ausfuhr sowie der Verkauf von PFAS-haltigen Wachsprodukten, Kosmetika, Konsumtextilien und Schuhen einschließlich Imprägniermitteln untersagt. Für Textilien allgemein tritt dieses Verbot ab 2030 in Kraft.
Kerngedanken des Gesetzes sind der Schutz der Bevölkerung vor den bekannten Risiken, die Einführung eines schrittweisen Verbots PFAS-haltiger Produkte sowie die Kontrolle, Überwachung und Reduktion von PFAS-Emissionen. Damit das Gesetz praktisch anwendbar wird, werden Verordnungen und Durchführungs-Dekrete erlassen. Das bedeutendste dieser Dekrete ist Décret n° 2025-1376 du 28 décembre 2025, welches konkrete Konzentrationsgrenzen festlegt, oberhalb derer Produkte als nicht konform gelten. Das Dekret regelt auch Übergangsfristen für Restbestände und legt Nachweispflichten gegenüber den Behörden fest. Die französische PFAS-Regulierung sieht Ausnahmen vor, um essentielle gesellschaftliche oder sicherheitsrelevante Anwendungen nicht zu blockieren, zum Beispiel für Schutzkleidung für Sicherheits- und Rettungsdienste, Feuerwehr oder Militär. Andere technisch unverzichtbare Anwendungen, für die es keine praktikablen Alternativen gibt, werden durch Liste per Dekret definiert. Neben Produktverboten verpflichtet das Gesetz die Behörden, Monitoring-Programme für Trinkwasser zu etablieren und Informationen über PFAS-Konzentrationen öffentlich zugänglich zu machen. Zudem ist vorgesehen, in Zukunft nationale Strategien zur Reduktion von PFAS-Emissionen in Industrie und Umwelt zu entwickeln.
Was bedeutet die französische PFAS-Regulierung für die Industrie?
Für Unternehmen die in Frankreich Produkte auf den Markt bringen, bedeutet das französische PFAS-Gesetz, dass sie Maßnahmen implementieren müssen, um rechtzeitig PFAS-Substanzen in Produkten und Lieferketten zu identifizieren und zu bewerten, Ressourcenstrategien anzupassen und ein ganzheitliches Compliance-System aufzubauen, um die Anforderungen der Dekrete, Nachweis- und Berichtspflichten zu erfüllen. Hierzu sind viele Unternehmen auf externe Unterstützung und flexible Lösungen angewiesen, die die Aufwendungen pragmatisch, rechtssicher und wirtschaftlich vertretbar umsetzen, wie die Services und Softwaretools der tec4U-Solutions. Die Nachhaltigkeitsexperten helfen Unternehmen dabei, gesetzeskonforme Prozesse zu implementieren, die Mitarbeiter entsprechend zu qualifizieren, relevante Daten in der Lieferkette zu recherchieren und diese im Hinblick auf zukünftige Ressourcensicherheit zu bewerten. Mit dem PFAS-Modul in der etablierten Sustainability Compliance Software DataCross können Unternehmen Vorkommen von PFAS bei ihren Lieferanten abfragen und analysieren und so bestehende PFAS-Regulierungen wie in Frankreich erfüllen und sich gleichzeitig optimal für kommende Regulierungen vorbereiten.






