Politik und Wirtschaft fordern die Kreislauffähigkeit von Produkten und den Einsatz von Rezyklaten in der Herstellung von Neuprodukten. Alle diese Ansätze sind jedoch nur dann möglich, wenn die entsprechenden Materialdaten der Produkte vorliegen, damit diese technisch sinnvoll und wirtschaftlich rentabel recycelt und für die neue Produktherstellung zur Verfügung gestellt werden können.
Innerhalb der unterschiedlichsten europäischen sowie nationalen Gesetzgebungen wird der Einsatz von Rezyklaten in Neuprodukten entweder verbindlich vorgeschrieben oder über Dokumentationsvorgaben mittelbar eingefordert. Ein erstes gesetzliches Regelwerk, welches diese Vorgabe formuliert, ist die Altfahrzeugverordnung, die für Automobilhersteller verbindlich vorschreibt, einen gewissen Prozentsatz von Rezyklaten im Fahrzeug einzusetzen – ein Teil hiervon muss aus Rezyklaten aus dem Fahrzeugrückbau realisiert werden. Ein weiteres, übergeordnetes Regelwerk ist die Ökodesignverordnung, die in einem ihrer Unterpunkte den Einsatz von Rezyklaten fordert. Ein Kernaspekt, der wiederum Inhalt des digitalen Produktpasses DPP sein soll. Letztendlich ist der Einsatz von Rezyklaten auch Gegenstand des Umweltkapitels eines Nachhaltigkeitsberichtes. Dieser fordert eindeutig nicht nur die Bearbeitung des Themas, sondern auch, falls hier eine Wesentlichkeit erkannt wird, die Nachweisbarkeit des Rezyklateinsatzes.
Ressourcenverfügbarkeit für eine funktionierende Wirtschaft
Nun könnte man sich die Frage stellen, warum Politik und Wirtschaft derartige Anstrengungen unternehmen um Kreislaufwirtschaft zu initiieren und zu fördern. Hintergrund sind die „Krisen“ der vergangenen fünf Jahre, wie die Pandemie oder der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, wodurch Europa lernen musste, dass allzeit verfügbare Ressourcen nicht selbstverständlich sind. Ganz im Gegenteil konnten Industrie und Handel spüren, dass Energie und Materialressourcen, wenn sich die internationalen Märkte schließen, einen unmittelbaren Effekt auf die europäische Wirtschaft haben. Ein sehr anschauliches Beispiel hierfür ist die Verknappung von Lithium, Mangan und Kobalt, welche unerlässlich für die Herstellung von Fahrzeugtraktionsbatterien sind. Ohne diese Rohstoffe können keine Antriebsbatterien hergestellt werden und die komplette Produktion von Elektrofahrzeugen kommt zum Erliegen. Die politische Antwort auf diese Zwangslage war die Entwicklung und Inkraftsetzung der Batterieverordnung. Doch ist es nicht nur die Verfügbarkeit von Ressourcen, sondern auch deren Preisstellung, die oftmals weder planbar noch voraussehbar ist. Ein Umstand, der die europäischen Unternehmen vor immense Probleme stellt und ihre Wettbewerbsfähigkeit stark herabsetzt. Doch wie lässt sich diesen Herausforderungen begegnen?
Kreislauffähigkeit als der relevante Wendepunkt
Die Kreislauffähigkeit als solches folgt relativ einfachen Regeln und lässt sich in ihrer prozessseitigen Abhängigkeit wie folgt beschreiben: Nukleus jeder Kreislauffähigkeitsbetrachtung sind der Werkstoff beziehungsweise die Substanzen, aus welchen die einzelnen Produkte, die das Endprodukt ergeben, bestehen. Es versteht sich von selbst, dass enthaltene Substanzen, die heute schon als bedenklich eingestuft und morgen potenziell verboten sind, den Recyclingprozess erschweren oder gar unmöglich machen. Noch weiter gefasst können dadurch komplette Chargen von Rezyklat von Wertstoffen zu lediglich noch thermisch zu behandelndem Abfall werden. Gleichermaßen einleuchtend ist es, dass eine Vielzahl von unterschiedlichen Werkstoffen in einem Produkt beziehungsweise Gesamtprodukt die Aufwendungen zur Demontage und Separierung der einzelnen Werkstoffe schnell sehr teuer und unwirtschaftlich macht. Letztendlich bedeutet dies, dass die Kreislauffähigkeit eines Produktes umso besser ist, je weniger belastet die in ihm enthaltenen Werkstoffe und Substanzen sind und desto geringer dessen Werkstoffvielfalt ist.
Mit der intelligenten Auswahl der verwendeten Werkstoffe ist der Prozess allerdings erst am Anfang. Die in einem Gesamtprodukt verbauten Produkte stehen in einem konstruktiven Zusammenhang, welcher im Rahmen des Demontageprozesses aufgelöst werden muss. Hierbei ist die Demontage als solches prozessseitig wesentlich anders aufgestellt, als die Montage. Innerhalb der Demontage eines Gesamtproduktes entfallen auf die einzelnen Produkte unterschiedliche Demontagezeiten, welche, neben den Lager- und Transportkosten der einzelnen Produkte und aus der Demontage entstehenden Fraktionen, die wirtschaftliche Ausgestaltung der Endprodukte maßgeblich bestimmen. In Summe bedeutet dies, dass beispielsweise der Preis des Endproduktes „Rezyklat“ als Funktion der Demontagekosten (Fraktionierung bis auf Werkstoffebene), der Lagerung und des Transportes der Werkstoffe, wie auch der Kosten der Rezyklatherstellung zu sehen ist.
Digitalisierte Demontagevisualisierung und Kennwertermittlung wird unabdingbar
Um diesen Prozess ganzheitlich abzubilden, ist eine Softwarelösung zur Visualisierung des Demontageprozesses und der Aufnahme aller Demontagekennwerte inklusive der entstehenden Fraktionen unerlässlich. Neben den Stofffraktionen, welche in den Recyclingprozess gehen, sind hierbei auch Produktfraktionen wie Gebrauchtteile oder Austauschteile zu berücksichtigen. Doch reicht es nicht alleine aus, die entsprechenden Daten zu generieren, viel wichtiger ist es, diese Informationen in einen wirtschaftlichen Kontext zu setzen.
Stefan Nieser, Geschäftsführer der tec4U-Solutions dazu:
„Nur dann, wenn es gelingt, die Demontage der Produkte und der Werkstoffe sinnvoll zu gestalten, die entstehenden Stofffraktionen gemäß den Anforderungen der Märkte optimiert zusammenzustellen und den gesamten Prozess an den wirtschaftlichen Möglichkeiten der Märkte zu spiegeln, ist Kreislauffähigkeit in Europa möglich.“
Eine gesetzliche Forderung alleine reicht nicht aus, um Kreislauffähigkeit in Europa voranzubringen – Europa ist kein isolierter Markt. In Summe würde dies bedeuten, dass wir in Europa aufgrund der übergeordneten Forderung bzgl. der Ressourcensicherheit letztendlich Produkte in den internationalen Markt bringen würden, welche als solches dem Wettbewerb nicht mehr standhalten könnten. Kreislauffähigkeit am Standort Europa macht daher nur dann Sinn, wenn über intelligente Kreislaufsysteme die Demontage- und Recyclingrahmenparameter dynamisch gesetzt und an die kontinuierlich weiterentwickelnden technischen Möglichkeiten angepasst werden können. Es ist zwingend erforderlich, dass sich der Gesamtprozess selbst immer wieder wirtschaftlich hinterfragt, damit die aus dem Prozess entstehenden Rezyklate allen wirtschaftlichen Prüfungen des Marktes standhalten.
EcoValueHub: Software zur Visualisierung des Demontageprozesses und Berechnung von Kreislauffähigkeitskennzahlen
Die tec4U-Solution ist in diesem Spannungsfeld bereits seit über 30 Jahren tätig und hat mit den unterschiedlichsten Akteuren sowohl System- wie auch Produktlösungen erarbeitet. Die umfangreichste Entwicklung ist die Erstellung und Fortschreibung der Software EcoValueHub mit dem Motto: Efficiency meets Circularity. Das Modul dient zur Visualisierung des Demontageprozesses wie auch zur Berechnung von Kreislauffähigkeitskennzahlen. Die Fortschreibung der Systemlösung wie auch deren Anpassung an die sich ändernden gesetzlichen und normativen Vorgaben sowie an die unterschiedlichen softwaretechnischen Ökosysteme ist Gegenstand der vorangegangenen wie auch momentan laufenden Projekte. Hierbei baut tec4U-Solutions auf weitreichende Erfahrungen aus der Automobilbranche wie auch aus Branchenprojekten zum Beispiel dem Catena-X-Projekt auf. EcoValueHub ist für die unterschiedlichsten Marktteilnehmer in den verschiedensten Bereichen nutzbar, z. B. für:
- Entwickler, die vorgabenkonform und zeitgleich kreislaufwirtschaftssinnvoll entwickeln wollen
- Produktionen, welche als Vorgabe den Einsatz von Rezyklaten haben
- Controller, die Rückstellungen zum Recyceln von Endprodukten am Ende des Lebenszyklus berechnen müssen
- Unternehmen, die Produkte am Ende ihrer Nutzungsphase demontieren müssen, beziehungsweise die entstandenen Fraktionen in Kreislaufsysteme führen sollen
All diesen Akteuren ist gemein, dass sie zu diesen Zwecken systemtechnische Unterstützung benötigen, die sowohl die Vorgaben, den Stand der Technik, als auch die Marktgegebenheiten miteinander verknüpfen.
Die erste Version von EcoValueHub wird ab dem dritten Quartal 2026 erhältlich sein und viele der notwendigen Systemvoraussetzungen abbilden können. Damit wird EcoValueHub die erste Applikation sein, die die komplexen Prozesse der Kreislaufwirtschaft in einem System abbilden kann. Derzeit finden Gespräche mit einzelnen Branchenverbänden und großen Wirtschaftsakteuren statt, um die Applikation an die unterschiedlichen Vorgaben ganzheitlich oder individuell anzupassen.
Ergänzende Informationen zu EcoValueHub und dem begleitenden Schulungs- und Beratungsangebot finden Sie unter: https://ecovaluehub.com/
Die wichtigste Information allerdings bleibt das Wissen um die in den Produkten verwendeten Werkstoffe beziehungsweise Substanzen. Ohne diese Information gelingt es kaum, quantitativ hochwertige Basisdaten zu generieren. Die Kreislauffähigkeit zu berechnen oder zu simulieren wird unmöglich. Auch hier hat EcoValueHub einen entschiedenen Vorteil, da die Lösung auf der seit über 10 Jahren bewährten Materialdatenkommunikationsplattform DataCross aufbaut. DataCross ermöglicht es, Materialdaten entlang der Lieferantenkette zu kommunizieren oder mit dem CoChecker-Modul viele der Daten mittels künstlicher Intelligenz zu ermitteln.
tec4U-Solutions verfügt somit bereits heute über eine Systemwelt, welche weitreichend die notwendige Materialdatenbasis zur Berechnung der Kreislaufwirtschaft entwickeln kann. Darauf aufbauend verfügt tec4U-Solutions über im Markt einzigartige Systemwelten zur Berechnung der Kreislauffähigkeit, die derzeit in der neuen Lösung EcoValueHub zusammengeführt werden. Gerne sind wir bereit, dieses konsolidierte Angebot mit Ihnen als Einzelunternehmen, als Konzern oder Verbandsrepräsentant detailliert zu diskutieren. Sprechen Sie uns gerne an!







